Wir verbrennen Benzin, Diesel und Gas und deshalb sterben ältere Menschen, wenn es sehr heiß ist, früher, als sie müssten.
Wie der Vergleich zwischen einer Welt mit und ohne menschengemachten Klimawandel aussieht, ist ein Hauptthema der Attributionsforscherin und Physikerin Friederike Otto vom Imperial College London (ICL). Mit ihren Schnellstudien liefert sie mit etablierten Methoden eine zeitnahe Einordnung von Extremereignissen, in diesem Fall: solange die Hitzewelle noch Gesprächsthema und den Menschen in guter Erinnerung ist.
Diesmal ging es nicht nur darum, wie viel heißer die Klimakrise die Hitzewelle gemacht hat, sondern auch um die Zahl der Hitzetoten – die erste derartige Analyse. Konkret ging es um die Folgen für zwölf Städte in Europa. Während der zehntägigen Hitzewelle ab 23. Juni lag die geschätzte Zahl der Hitzetoten bei 2300 Fällen und um 1500 Fälle höher als ohne den Einfluss globaler Erhitzung. Das ermittelte das Forschungsteam des ICL und der London School of Hygiene and Tropical Medicine.
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Damit hat sich die Zahl der hitzebedingten Todesopfer verdreifacht – durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe, heißt es in einer Aussendung. In den beispielhaft ausgewählten Städten ist die Hitzewelle durch die Klimakrise um ein bis vier Grad wärmer ausgefallen als in einer fiktiven Welt ohne menschengemachten Klimawandel. Städte sind durch den Wärmeinseleffekt besonders betroffen. Auf die meisten Todesfälle laut Analyse kam Mailand mit 499 nichtklimabezogenen Hitzetoten und weiteren 317 Todesfällen, die auf die zusätzliche Erhitzung seit der Industrialisierung zurückgehen.
Das Forschungsteam ermittelte 1500 Hitzetote in nur zwölf Städten während einer Hitzewelle, die Zahl liegt für ganz Europa und für den ganzen Sommer also noch höher. Im Gegensatz dazu führten besonders schlimme Überflutungen wie jene in Valencia 2024 zu 224 Toten.
Es sind vor allem ältere Personen, die anfällig sind für hitzebezogene Tode: Personen im Alter von mindestens 65 Jahren machen laut der Analyse 88 Prozent der klimawandelbedingten Hitzetoten dieser Welle aus und versterben früher, als sie müssten. Auch Kinder, Schwangere und Menschen mit chronischen Krankheiten – von Herz-Kreislauf-Problemen bis Diabetes – sind ebenfalls verstärkt betroffen.


