Ein einfaches »Danke«
Eine Passage aus dem Buch »Ein wenig Leben« von Hanya Yanagihara, die sich mir eingebrannt hat. Jude bekommt im Buch von Harold, einem wohlhabenden Freund, eine ganze Garderobe neuer Anzüge, Pullover, Hemden, Socken und Schuhe geschenkt und kann nicht aufhören, sich dafür zu bedanken.
Harold sagt daraufhin:
»Weißt du, Jude, im wahren Leben widerfahren guten Menschen manchmal schöne Dinge. Keine Sorge, allzu häufig kommt es nicht vor. Aber wenn, dann sollten die guten Menschen einfach ›Danke‹ sagen und weitermachen wie bisher und vielleicht einmal darüber nachdenken, dass derjenige, der ihnen Gutes tut, auch seine Freude daran hat und sie sich nicht dadurch verderben lassen möchte, dass er sich all die Gründe anhört, warum derjenige, dem er etwas Gutes getan hat, glaubt, es nicht verdient zu haben oder es nicht wert zu sein.«
Wie oft reagieren Menschen auf Einladungen und Geschenke abwehrend, versuchen sich sofort zu revanchieren oder erzählen uns, dass das nicht nötig gewesen wäre?
Wie viel schöner würde es sich für den Geschenkgeber anfühlen, wenn man einfach die eigene Freude damit teilen und sich aus Herzen bedanken könnte?


