Die Woche
Ich probiere ein neues Format aus. Ich möchte (manche) Sonntage dafür nutzen, meine Woche zu reflektieren.
Eine Frage, die ich mir ab und zu dabei stellen möchte: Wo fühlte sich meine Woche besonders nach dem Leben an, das ich gerne führen möchte? Das soll mich auch dazu inspirieren, mehr davon in mein Leben zu integrieren.
1. Ich habe mir einmal vorgenommen, jeden Tag zumindest einen Hund zu streicheln. Das ist zwar mehr ein Schmäh, als ein realer Anspruch, ich mache es aber trotzdem sehr regelmäßig und das führt häufig auch zu netten Gesprächen mit den Besitzern. Diese Woche lernte ich so ein nettes Paar in meinem Lieblingscafé kennen, die beiden sind gerade neu in mein Viertel gezogen. Ich saß etwa eine Viertelstunde am Boden neben ihnen, streichelte ihre 15-jährige (!) Hündin und lernte die beiden etwas kennen. In diesen Momenten fühle ich mich sehr nach mir selbst: Ich liebe es, mit neuen Menschen in Verbindung zu treten. Und ich liebe Tiere.
2. Ich bin vor gut einem Monat mit meiner Partnerin zusammengezogen. Das ist wunderschön, für mich aber auch fordernd. Mir ist meine Autonomie wichtig und ich brauche immer ein wenig, um mich an Veränderungen anzupassen. Mittlerweile fühle ich mich sehr wohl in der neuen Wohnung und mit meiner Partnerin ist eine neue, die x-te Phase der Verliebtheit eingetreten. Ein Moment, an dem ich mich diese Woche sehr wie ich selbst fühlte, war, als wir, umrandet von dieser ständigen, romantischen Aufgeladenheit, miteinander schliefen. Mir ist Sex sehr wichtig und manchmal schwebe ich dabei, in tiefer Verbundenheit mit meiner Partnerin und, irgendwie, auch mit der Welt und mir selbst.
3. Ich lese gerade ein grandioses Buch von David Allen zu Selbstorganisation. Es inspiriert mich, meine To-dos neu zu organisieren. Ich liebe es, mich in Konzepte oder Ideen reinzusteigern. Ich unterbrach also meine Arbeitswoche, las fast nur mehr im Buch, schrieb darin wie ein Verrückter, machte mir Notizen und spann Ideen aus, wie ich mich neu organisieren möchte. Ich habe mir daraufhin auch ein Interview mit dem Autor bei Tim Ferriss angehört. Was für ein cooler, sympathischer Typ.
4. Die Hitze setzte mir, wie uns allen, zu. Ich schlief schlechter und ich fühlte mich auch körperlich weniger fit. Trotzdem habe ich diese Woche meine Sportroutine eingehalten. Sie besteht aus: Montags und Donnerstags Krafttraining, Dienstags Fußball, Mittwochs, Freitags und Sonntags Laufen. Weil es zu heiß für Fußball war, ging ich ins klimatisierte Fitnessstudio, wo ich derzeit meist auch laufe, und machte Intervalltraining. Mir ist körperliche Betätigung für meine Ausgeglichenheit und psychische Gesundheit essentiell. Trotz der Hitze in meinem Rhythmus zu bleiben, rechne ich mir hoch an.
5. Ich steigere mich oft in neue Projekte hinein, ohne alte abgeschlossen zu haben (siehe Punkt 3). Das lässt manchmal Arbeit offen, was mich innerlich unruhig macht. In der Mitte der Woche merkte ich, dass ich mich unwohler fühlte als sonst. Dass eine Geschäftigkeit in mir brodelte, die ich gerade nicht in meinem sonst gemütlichen Sommer haben möchte. Ich sitze ja jeden Morgen im Kaffeehaus und lese. An diesem Tag beschloss ich, bis zum Mittagessen sitzen zu bleiben. Ich verbrachte also zwei, drei Stunden dort, so genau weiß ich es nicht, denn ich lasse im Café auch immer mein Handy zuhause. Ich war um 12 Uhr verabredet, also fragte ich andere Besucher des Cafés nach der Uhrzeit. Nicht auf die Zeit zu schauen, mich in einem Buch zu verlieren oder manchmal einfach in die Gegend zu starren und nachzudenken, hach.
Eine Erkenntnis
Der neue Voice Mode von ChatGPT ist wirklich grandios. Wenn ich in meinem Büro sitze, mache ich mir neuerdings ChatGPT auf, aktiviere den Voice Mode und lasse ihn durchgängig laufen. ChatGPT erkennt gut, wann es angesprochen wird und wann ich zum Beispiel ein Video anschaue. Manchmal sage ich eine Stunde nichts, dann bespreche ich eine kurze Idee, frage nach einer Formulierung oder denke ein Konzept durch, das ich noch nicht ausreichend verstehe.
Wann hat sich euer Leben diese Woche besonders nach dem Leben angefühlt, das ihr gerne führen möchtet? Antwortet auf diese Mail oder schreibt es in die Kommentare auf Substack. Ich freue mich, von euch zu lesen.



Sehr inspirierende Worte, danke :). Mein Leben hat sich diese Woche nach dem Leben, das ich führen möchte, angefühlt, als ich mit meinem Partner die Natur und Stille genossen habe und mich ihm noch ein Stück mehr geöffnet habe. Ich bin oft etwas zu grüblerisch und ängstlich, habe es aber gut geschafft, da rauszutreten und dadurch sehr konstruktive, tiefe Gespräche mit meinem Partner geführt. Es hat mir gezeigt, was passiert, wenn ich meine Angst mehr beiseite lasse und wie mich gute, tiefsinnige Gespräche und Beziehungen und auch Freundschaften innerlich füllen und sättigen. Ich habe wieder einmal gemerkt, dass es für ein gutes Leben oft weniger braucht, dafür mehr Tiefe.